Gebrauchsanweisung für schnelladefähige
NC-Sinterzellen-Akkus
Neue NC-Akkus und solche, die mehr als 8 Tage nicht benutzt worden sind, müssen zuerst einer Normalladung unterzogen werden. Erst danach kann eine Schnelladung erfolgen.
Für ein Optimum an Leistung und Lebensdauer sollten die Akkus bei ca. 5 ° bis plus 25 °C gelagert werden.
Bitte beachten Sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
Alle gasdichten Sinterzellen-Hochleistungs-Akkus haben Sicherheitsventile, welche als Vorbeugung gegen Explosionsgefahr dienen. Trotzdem sollten sie unbedingt die folgenden Punkte beachten.
Normalladung
Ladestrom:
Akkukapazität (mAh) / 10 = Ladestrom (mA)
Im Zweifelsfall wählen sie den nächst höheren Ladestrombereich 1000 mAh = 1 Ah h = Stunde A = Ampere Ladezeit mindestens 14 Stunden.
Eine Überladung bis 30 Stunden ist unschädlich.
|
Kapazität (mAh) |
250 |
500 |
750 |
1200 |
1800 |
| Ladestrom (mA) | 25 | 50 | 100 | 100 | 200 |
Schnellladung
Ladestrom:
Akkukapazität (mAh) / Zeit (h) = Ladestrom (mA)
Ladezeit:
Akkukapazität (mAh) / Ladestrom (mA) = Zeit (h)
Beispiel:1200 mAh / 0,5 h = 2400 mA = 0,5 h = 30 Min.
1200 mAh / 2400 mA = 1,2 Ah / 2,4 A = 0,5 h = 30 Min.
Auswirkung der Temperatur auf die Ladungsaufnahme
Eine warme Zelle nimmt weniger Ladung an und kann dementsprechend weniger abgeben. Bei Zellen-Temperaturen von + 5 °C bis +25 °C beträgt die nutzbare Kapazität 90 - 100 %, bei + 80 ° ist sie auf 45 % abgesunken. Daher sollten Sie vor jeder Schnelladung den Akku abkühlen lassen.
Die Selbstentladung
Sie beträgt bei 20 °C ca. 1 %/Tag, steigt mit der Temperatur und kommt bei +/- 0 °C und darunter nahezu zum Stillstand.
Entladeschlußspannung und Tiefentladung
Die zulässige Entladespannung beträgt, gemessen unter Last, ca. 0,75 V pro Zelle (z. B. 7-zelliger Akku = 5,5V). Bei weiterer Entladung tritt eine Tiefentladung ein. Dadurch kann es zur Umpolung der Zellen kommen. Umgepolte Zellen wechseln ihre Polarität. Am Pluspol liegt Minuspotential, am Minuspol liegt Pluspotential (bei geringer Belastung mit Voltmeter prüfen). Zellendefekte können jetzt nur durch eine sofortige, auf 24 bis 30 Stunden verlängerte Normalladung verhindert werden.
Zum Thema Akku-Löten
Laut Hersteller-Empfehlung ist das Löten an Akku-Zellen nicht zulässig. Bei Hochstrom-Belastung über 20 Ampere sind jedoch die werksseitig angebrachten Schweiß-Verbinder nicht mehr brauchbar. Die zwei oder vier Schweißpunkte mit einem Gesamtquerschnitt von vielleicht 1 1/2 mm² ergeben zusammen mit den Blechstreifen aus Eisen-Nickel-Material mit einem Querschnitt von 1,5 - 2,5 mm² einen erheblichen Widerstand. So beträgt der gesamte Spannungsabfall z. B. bei einer 12er Stange Red-Amp-Plus 1700 bei 30 Ampere über 0,6 V. Zusammen mit dünnem Zuleitungskabel, ungeeigneten Steckern und Fahrt-Flugreglern, ergibt sich leicht ein Spannungsabfall von einer Zelle und mehr.
Dieses Problem läßt sich nur durch das Verlöten und Selbst-Konfektionieren beseitigen. Ersetzt man die Blechstreifen aus Eisen/Nickel durch Kupferstreifen gleichen Querschnitts, verringert sich der Spannungsabfall auf fast genau 1/10. Eisen besitzt ein Rho-Wert von 0,17, Kupfer von 0,01785. Noch günstiger sind die Verhältnisse beim stumpfen Kopf-auf-Fuß-Löten (In-Line) der Akkus. Dieses Verfahren ist jedoch schwieriger sauber auszuführen als die Kupferstreifen-Methode.
Ein weiterer Vorteil der Kupferstreifen-Löterei ist das Austauschen einer defekten Zelle, oder die Erweiterung des Packs durch Anlöten.
An Werkzeug zum Löten wird benötigt: 80 - 100 Watt Lötkolben mit dicker Spitze (Wärmenachschub), 400er Schmirgel oder Glasfaserpinsel, Lötzinn mit Kollophonium, evtl. Lötwasser zum Entfetten.
Am besten lötet man die Zellen mit Kupferstreifenverbinder 5 - 6 mm breit, 0,5 - 1 mm dick, 25 - 28 mm lang, zusammen. Ein Kupferstreifen, 330 mm lang, reicht z. B. für eine 12er Stange. Die Einzel-Akkus erwirbt man am besten ohne Lötfahne, das Abreißen von punktgeschweißten Lötfahnen muß vorsichtig geschehen. Vor dem Verzinnen des Plus- und Minus-pols beide Punkte mit 400er Schmirgel oder Glasfaserpinsel aufrauhen, evtl. mit Lötwasser (sparsam) entfetten. Ebenso die Kupferstreifen behandeln. Pole und Kupferstreifen sehr dünn verzinnen. Akkus polrichtig in Lötlehre stellen oder auf vorbereitetes Brett legen. Mit Tesa-Streifen fixieren. Das Anlöten der Kupferstreifen sollte möglichst schnell geschehen, vor allem am Minuspol. Evtl. mit feuchtem Lappen abkühlen.
Zum In-Line Löten
Lötkolben 80 - 100 W. Lehre aus Alu - Holz - Plastik benutzen. Akkus reinigen, 400er Schmirgel-Lötwasser, und relativ dünn verzinnen. Plus + Minus.
Akkus in die Lehre legen, vorderen Akku mit Leimzwinge festklemmen. Mit Lötkolben auf beiden Akku-Flächen Lötzinn zum Laufen bringen, Lötkolben vorsichtig herausziehen (Schrumpfschlauch), Akkus 3 - 4 Sek. zusammenpressen.
Da die Längsstabilität relativ gering ist, können nur 5, max. 6, Akkus In-Line verbunden werden. 2 In-Line-Stangen lassen sich durch Einlegen von 1 oder 2 Plastikwinkeln 10 x 10 mm oder 25 mm breiten PVC-Streifen erheblich stabilisieren.