Gebrauchsanweisung für schnelladefähige
NC-Sinterzellen-Akkus

(von http://www.batt-mann.de)

Neue NC-Akkus und solche, die mehr als 8 Tage nicht benutzt worden sind, müssen zuerst einer Normalladung unterzogen werden. Erst danach kann eine Schnelladung erfolgen.

Für ein Optimum an Leistung und Lebensdauer sollten die Akkus bei ca. 5 ° bis plus 25 °C gelagert werden.

Bitte beachten Sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

Alle gasdichten Sinterzellen-Hochleistungs-Akkus haben Sicherheitsventile, welche als Vorbeugung gegen Explosionsgefahr dienen. Trotzdem sollten sie unbedingt die folgenden Punkte beachten.

    1. NC-Akkus dürfen niemals gewaltsam geöffnet werden oder mit Feuer in Berührung gebracht werden. Es besteht Explosionsgefahr und Ätzungsgefahr durch das Elektrolyt. Ausgetretenes Elektrolyt niemals mit der Haut oder mit den Augen in Berührung bringen. Bei Haut- oder Augen-Berührung sofort mit Wasser spülen und Arzt aufsuchen.
    2. Löten Sie niemals direkt auf dem Zellengehäuse. Die Minusseite ist besonders empfindlich. Es kann zu Isolationsschäden führen, welche zu einem Druckanstieg innerhalb der Zellen führen.
    3. Bitte vermeiden Sie Kurzschlüsse. Es besteht Explosions- und Verbrennungsgefahr.
    4. Wird ein NC-Akku bei Schnelladung erheblich überladen, entsteht im Innern ein enormer Überdruck. Es besteht Explosionsgefahr. Der Ladestrom muß sofort unterbrochen werden. Bitte den Akku nicht berühren und abkühlen lassen.
    5. Bitte beachten Sie, daß NC-Akkus nicht in Kinderhände gelangen.

Normalladung

Ladestrom:
Akkukapazität (mAh) / 10 = Ladestrom (mA)

Im Zweifelsfall wählen sie den nächst höheren Ladestrombereich 1000 mAh = 1 Ah h = Stunde A = Ampere Ladezeit mindestens 14 Stunden.

Eine Überladung bis 30 Stunden ist unschädlich.

Kapazität (mAh)

250

500

750

1200

1800

Ladestrom (mA) 25 50 100 100 200

 

Schnellladung

Ladestrom:

Akkukapazität (mAh) / Zeit (h) = Ladestrom (mA)

Ladezeit:

Akkukapazität (mAh) / Ladestrom (mA) = Zeit (h)

Beispiel:1200 mAh / 0,5 h = 2400 mA = 0,5 h = 30 Min.

1200 mAh / 2400 mA = 1,2 Ah / 2,4 A = 0,5 h = 30 Min.

 

Auswirkung der Temperatur auf die Ladungsaufnahme

Eine warme Zelle nimmt weniger Ladung an und kann dementsprechend weniger abgeben. Bei Zellen-Temperaturen von + 5 °C bis +25 °C beträgt die nutzbare Kapazität 90 - 100 %, bei + 80 ° ist sie auf 45 % abgesunken. Daher sollten Sie vor jeder Schnelladung den Akku abkühlen lassen.

 

Die Selbstentladung

Sie beträgt bei 20 °C ca. 1 %/Tag, steigt mit der Temperatur und kommt bei +/- 0 °C und darunter nahezu zum Stillstand.

 

Entladeschlußspannung und Tiefentladung

Die zulässige Entladespannung beträgt, gemessen unter Last, ca. 0,75 V pro Zelle (z. B. 7-zelliger Akku = 5,5V). Bei weiterer Entladung tritt eine Tiefentladung ein. Dadurch kann es zur Umpolung der Zellen kommen. Umgepolte Zellen wechseln ihre Polarität. Am Pluspol liegt Minuspotential, am Minuspol liegt Pluspotential (bei geringer Belastung mit Voltmeter prüfen). Zellendefekte können jetzt nur durch eine sofortige, auf 24 bis 30 Stunden verlängerte Normalladung verhindert werden.

 

Zum Thema Akku-Löten

Laut Hersteller-Empfehlung ist das Löten an Akku-Zellen nicht zulässig. Bei Hochstrom-Belastung über 20 Ampere sind jedoch die werksseitig angebrachten Schweiß-Verbinder nicht mehr brauchbar. Die zwei oder vier Schweißpunkte mit einem Gesamtquerschnitt von vielleicht 1 1/2 mm² ergeben zusammen mit den Blechstreifen aus Eisen-Nickel-Material mit einem Querschnitt von 1,5 - 2,5 mm² einen erheblichen Widerstand. So beträgt der gesamte Spannungsabfall z. B. bei einer 12er Stange Red-Amp-Plus 1700 bei 30 Ampere über 0,6 V. Zusammen mit dünnem Zuleitungskabel, ungeeigneten Steckern und Fahrt-Flugreglern, ergibt sich leicht ein Spannungsabfall von einer Zelle und mehr.

Dieses Problem läßt sich nur durch das Verlöten und Selbst-Konfektionieren beseitigen. Ersetzt man die Blechstreifen aus Eisen/Nickel durch Kupferstreifen gleichen Querschnitts, verringert sich der Spannungsabfall auf fast genau 1/10. Eisen besitzt ein Rho-Wert von 0,17, Kupfer von 0,01785. Noch günstiger sind die Verhältnisse beim stumpfen Kopf-auf-Fuß-Löten (In-Line) der Akkus. Dieses Verfahren ist jedoch schwieriger sauber auszuführen als die Kupferstreifen-Methode.

Ein weiterer Vorteil der Kupferstreifen-Löterei ist das Austauschen einer defekten Zelle, oder die Erweiterung des Packs durch Anlöten.

An Werkzeug zum Löten wird benötigt: 80 - 100 Watt Lötkolben mit dicker Spitze (Wärmenachschub), 400er Schmirgel oder Glasfaserpinsel, Lötzinn mit Kollophonium, evtl. Lötwasser zum Entfetten.

Am besten lötet man die Zellen mit Kupferstreifenverbinder 5 - 6 mm breit, 0,5 - 1 mm dick, 25 - 28 mm lang, zusammen. Ein Kupferstreifen, 330 mm lang, reicht z. B. für eine 12er Stange. Die Einzel-Akkus erwirbt man am besten ohne Lötfahne, das Abreißen von punktgeschweißten Lötfahnen muß vorsichtig geschehen. Vor dem Verzinnen des Plus- und Minus-pols beide Punkte mit 400er Schmirgel oder Glasfaserpinsel aufrauhen, evtl. mit Lötwasser (sparsam) entfetten. Ebenso die Kupferstreifen behandeln. Pole und Kupferstreifen sehr dünn verzinnen. Akkus polrichtig in Lötlehre stellen oder auf vorbereitetes Brett legen. Mit Tesa-Streifen fixieren. Das Anlöten der Kupferstreifen sollte möglichst schnell geschehen, vor allem am Minuspol. Evtl. mit feuchtem Lappen abkühlen.

 

Zum In-Line Löten

Lötkolben 80 - 100 W. Lehre aus Alu - Holz - Plastik benutzen. Akkus reinigen, 400er Schmirgel-Lötwasser, und relativ dünn verzinnen. Plus + Minus.

Akkus in die Lehre legen, vorderen Akku mit Leimzwinge festklemmen. Mit Lötkolben auf beiden Akku-Flächen Lötzinn zum Laufen bringen, Lötkolben vorsichtig herausziehen (Schrumpfschlauch), Akkus 3 - 4 Sek. zusammenpressen.

Da die Längsstabilität relativ gering ist, können nur 5, max. 6, Akkus In-Line verbunden werden. 2 In-Line-Stangen lassen sich durch Einlegen von 1 oder 2 Plastikwinkeln 10 x 10 mm oder 25 mm breiten PVC-Streifen erheblich stabilisieren.