Die Geschichte

Ich habe erst im Herbst 2000 mit meinem Sohn Miron mit dem Modellbau angefangen. Begonnen hat alles beim MC Menzelen mit dem Bau einer SE-1 von Simprop.

Das einfach zu bauende Modell wurde nach der Fertigstellung reichlich geflogen, immer verbunden mit einem mehr oder weniger weitem Spaziergang (meistens im Dauerlauf) bis man das Modell wieder in den Händen hielt. Naja es heißt ja auch ModellSPORT! Auch auf den Vereins- und Jugendmeisterschaften ist das Modell erfolgreich geflogen.

Angespornt durch Lästereien einiger jugendlicher Modellbauer, habe ich dann darüber gebrütet, wie man eine planmäßige Platzlandung auch mit der SE-1 bewerkstelligen kann. Hinzu kam die noch geringe Erfahrung von Vater und Sohn im Umgang mit einer Fernsteuerung und damit verbundene Sorge das vorhandene größere Modell zu zerstören. Ein einfaches leichtes Modell, das mit wenig (Geld-)Aufwand gebaut werden kann erschien uns sinnvoll.

So wurde der Plan für eine SE-1 RC geboren. Der Gedanke war die vorhandene Fläche zu nutzen und 'nur' den Rumpf statt mit Blei, mit RC-Komponenten zu trimmen.

Also wurden zwei kleine (6g) Servos gekauft, einen kleinen Empfänger hatten wir schon, und für den Akku wurden 4 Zellen mit 50mA einem Paket verlötet. (Heute sind sogar Zellen gleicher Größe mit 120mA verfügbar!)

Glücklicherweise sind die Bauteile immer kleiner geworden, so dass man tatsächlich Akku, Empfänger und zwei Servos in den Umrissen der SE-1 plazieren kann.

Die Bauteile kamen auf den orginal SE-1 Plan von Simprop - es sollte als gehen!

 

Der Plan

Bei der Orginal SE-1 bildet eine Sperrholzplatte die Mittelkonstruktion, und jeweils zwei Balsabretter die Seitenteile. Dieser Aufbau ist für die SE-1 RC unbrauchbar, da die RC-Komponenten erreichbar bleiben sollten.

Die Konstruktion wurde so geändert, dass man in der Mitte ein dickes Balsabrett hat und rechts und links mit einer bzw. zwie dünnen Sperrholzplatte die Konstruktion verstärkt. Das Balsabrett wurde so stark gewählt, wie die dickste Komponente (bei mir ist es der Empfänger, den ich nicht von seinem Gehäuse befreit habe wie ein Vereinskollege).

Der Clou des (linken) Seitenteiles ist, dass es als Schublade gebaut wurde. Hierfür werden zwei dünne Sperrholzplatten verwendet. Die äußere mit einer Stärke von 0,8 mm, die innere mit 1,0 mm. In das äußere Brett wurde ein Fenster gesägt, das den Zugriff und die (De-)Montage der Komponenten erlaubt. Das darunter liegende Brett wurde so ausgesägt, das der entstandenen Deckel nach oben aus Modell herausziehbar wird. Fertigt man den Deckel dann nach aus einem 0,8mm Brett, kann auch der bebügelte Deckel problemlos hinein- und herausgeschoben werden. So gelangt man jederzeit an Batterie und Empfänger.

 

Die Ausführung

Eine Sperrholzschablone des orginalen SE-1 Umrißees hilft beim aussägen des Balsabrettes und der Sperrholzteile auf der Dekupiersäge.

Nach dem Sägen der Löcher für Akku und Empfänger wird die Bohrmaschine zum Fräsen der vorderen Servoaussparungen misbraucht. Dies ist notwendig, da die Servos schmaler sind, als das Balsabrett, und so bei einem Durchgangsloch nicht so gut zu befestigen ist.

  

So angeordnet finden die Servos festen Halt. Zur Sicherheit habe ich auf die dünner werdenden Balsa-Stege ein paar Tropfen Sekundenkleber gegeben.

Ebenfalls mit der Sperrholzschablone habe ich anschließend die Seitenteile aus 0,8 bzw. 1,0 mm starkem Sperrholz gesägt. Die Seitenteile sind auf dem nachfolgenden Bild gut zu erkennen. Einzig das 'Fenster' in der linken Seite (oberstes Teil) ist noch nicht hinein gesägt, es ist durch eine schwarze Linie angedeutet.

 

Die Teile werden später in der Reihenfolge 1, 2, 3 und 4 zusammengeklebt.

An dem Mittelteil ist auch die 'Nase' abgesägt. Sie wird durch etwas Sperrholz ersetz (das Orginal könnte etwas mehr Stabilität brauchen) um eine höhere Stabilität zu erhalten und um eine Bleikammer zum austrimmen zu bekommen. Hierbei wird rechts und links eine Sperrholzplatte eingesetzt, und die Bleikammer durch zwei passende Bögen gebildet. (s.u.)

 

Wieder mit der Bohrmaschine werden die Aussparungen für die Servohebel auf beiden Aussenseiten eingefräst. Die Servos werden mit etwas Schrumpfschlauch ummantelt und mit Harz eingeklebt. Dies ist notwendig, um das Spiel möglichst gering zu halten.

 

Die Servokabel werden durch einen Kanal zum Empfängerraum verlegt und das ganze verschwindet dann hinter em Abdeckbrettchen. So ist gewährleistet, dass man auch später durch das abnehmen des Deckels (notfalls die Folie aufschneiden), einfach an die Servos gelangt.

Nach dem verkleben der Seitenteile wird die Rumpfnase eingeklebt. Da die Nase noch verschliffen werden muss, wurde auf ein präzises aussägen verzichtet.

Die Sperrholzbögen (bei mir passten noch zwei 3 mm starke Bögen), werden in die Spitze eingeklebt. Sie bilden die ausreichend grosse Bleikammer. Das Loch zum befüllen kann später vorsichtig gebohrt werden.

 

Der hintere Rumpfteil ähnelt der orginal SE-1: Oben und unten eine Kiefernleiste durch eine Balsbrett auf jeder Seite miteinander verbunden - dazwischen einige Stege. Auch hier sind die SE-1 Maße übernommen worden, nur das vordere Teil ist etwas länger!

Die Montage des Schwanzes erfolgt durch das aussägen eines entsprechenden Keiles aus dem Rumpf. Das ganze wird mit Holzleim verklebt und mit ein paar starken Zwingen zusammengepresst. So erhält man auf einfache Art einen nach hinten zulaufenden Rumpf.

Die Art der Befestigung hat sich als sehr einfach und äußerst stabil erwiesen.

 

  

 

Die Übergänge werden noch verschliffen - der stufenlosen Übergang ist für das spätere bebügeln angenehm.

 

 

Anmerkungen

Inzwischen hat unsere 'SE-1 RC' bereits einige Geschwischter, die andere Vereinsmitglieder für sich oder ihre Kinder gebaut haben. Alle weichen etwas voneinander ab, aber alle haben bis heute schon viel Spaß und Freude bereitet.